Neuheiten und Entdeckungen: Whisk(e)y-Messe Nürnberg „The Village“ 2019

Irischer Whiskey

Der deutsche Importeur und Fachhändler Irish Whiskeys hatte für die Whisk(e)y-Messe Nürnberg „The Village“ 2019 diverse Neuheiten dabei. Darunter befand sich die erst seit wenigen Wochen in Deutschland erhältliche Range der Pearse Lyons Distillery im St. James District in Dublin. Die im Jahr 2017 nach mehrjährigen Renovierungsarbeiten in der St. James’ Church eröffnete, aber zuvor bereits aktive Brennerei stellt in zwei kleinen Kupferbrennblasen aus dem US-Bundesstaat Kentucky und auf der Basis einer eigenen Hefekultur sowohl Pot Still als auch Single Malt Whiskeys her. Bis der eigene Whiskey in größeren Mengen ausgereift ist, wird eine Range verschiedener Abfüllungen aus anderen Brennereien angeboten. Der Pearse Original 5 Jahre vereint 65 Prozent Grain Whiskey und 35 Prozent Single Malt Whiskey, die allesamt mindestens fünf Jahre in Ex-Bourbonfässern reifen. Darunter befindet sich auch bereits Whiskey aus der eigenen Brennerei. Im Pearse 7 Jahre treffen sieben verschiedene Grain und Single Malt Whiskeys aufeinander. Er besteht aus 62 Prozent Grain Whiskey und 38 Prozent Single Malt Whiskey. Der Blended Irish Whiskey reift mindestens sieben Jahre in Ex-Bourbon-, Ex-Sherry-, und Ex-Ale-Bierfässern. Enthalten ist auch ein Teil des eigenen Single Malt Whiskey. Beim Pearse 12 Jahre handelt es sich um einen Single Malt Irish Whiskey, den Gründer Pearse Lyions noch vor seinem Tod auf den Weg gebracht haben soll. Die Reifung findet ausschließlich in First-Fill-Bourbonfässern statt. Der Pearse Coopers Select 7 Jahre Sherry Finish ist ein Blended Irish Whiskey zum Großteil aus Single Malt Whiskey und nur zu einem geringen Anteil aus Grain Whiskey. Die Hauptreifung erfolgt in Ex-Bourbonfässern, ehe das Finish in First-Fill-Sherryfässern anknüpft. Alle eint ein Alkoholvolumen von 42 Prozent sowie der Verzicht auf Kältefiltration und Farbstoff.

Pearse Lyons Distillery
Bild: Spirituosen-Journal.de

Daneben stand der neue Ha’penny Irish Whiskey, hinter dem ebenfalls die Pearse Lyons Distillery steckt. In dem nach der Ha’Penny Bridge in Dublin benannten Blended Irish Whiskey treffen vier verschiedene Fasstypen und zwei verschiedene Whiskeyarten aufeinander: jeweils im Ex-Portweinfass nachgereifte und im First-Fill-Bourbonfass gereifte Single Malt Whiskeys sowie jeweils im Ex-Sherry-Butt und im zweifach ausgebrannten Ex-Bourbonfass gereifte Single Grain Whiskeys. Abgefüllt wird mit einem Alkoholvolumen von 43 Prozent, ohne Kältefiltration und ohne Farbstoff.

Ha'penny Irish Whiskey
Bild: Spirituosen-Journal.de

Darüber hinaus gab es am Stand von Irish Whiskeys die hierzulande neuen Abfüllungen der erst im Sommer 2015 im irischen County Mayo gegründeten Connacht Distillery. Zum Angebot von Connacht gehören derzeit vier Irish Whiskeys, für die auf Whiskeys anderer Brennereien zurückgegriffen wird. Den Anfang machen die limitierten Abfüllungen Spade & Bushel 10 Jahre und Spade & Bushel 12 Jahre Double Barrel. Beide sind dreifach destillierte Single Malt Whiskeys, die zehn Jahre in ehemaligen Bourbonfässern reiften. Während der Zehnjährige dann mit einer Fassstärke von 57,5 Prozent und naturbelassen abgefüllt wurde, verbrachte der Zwölfjährige weitere zwei Jahre in einem First-Fill-Bourbonfass, ehe er mit einem Alkoholvolumen von 42,3 Prozent sowie ohne Farbstoff in Flaschen kam. Die Limitierung umfasst ein paar tausend Flaschen. Ohne einen Vermerk für eine Limited Edition kommen die zwei weiteren Qualitäten Brothership 10 Jahre und Ballyhoo Irish Whiskey daher. Beim Brothership handelt es sich um einen Blend aus jeweils mindestens zehn Jahre gereiftem Single Malt Irish Whiskey und American Whiskey. Der Alkoholgehalt liegt bei 45 Prozent, Farbstoff wird nicht eingesetzt. Der Ballyhoo Irish Whiskey ist ein Single Grain Whiskey zu 93 Prozent aus Mais und zu sieben Prozent aus gemälzter Gerste. Von der vierjährigen Reifezeit verbringt der Whiskey die letzten zwölf Wochen in einem ehemaligen Tawny-Portweinfass. Abgefüllt wird mit einem Alkoholgehalt von 43 Prozent und ohne Farbstoff.

Connacht Distillery
Bild: Spirituosen-Journal.de

Von der im irischen County Clare beheimateten Chapel Gate Irish Whiskey Company stand der noch recht neue J.J. Corry The Flintlock aus. Das Familienunternehmen, das sich als der erste Whiskey Bonder in Irland seit 50 Jahren bezeichnet, bezog für seine neue Abfüllung drei für 16 Jahre in ehemaligen Bourbonfässern gereifte Single Malt Whiskeys unbekannter Brennereien in Irland. Im Stil des Bondings kamen die Fässer auf die McGuane Family Farm nach Cooraclare, um dort anteilig entleert und zu gleichen Teilen zu einem Blended Malt Whiskey vermählt zu werden. Das Abfüllen in Flaschen geschah mit einem Alkoholvolumen von 46 Prozent, ungefärbt und nicht kühlgefiltert. Es entstanden 400 Flaschen.

J.J. Corry The Flintlock
Bild: Spirituosen-Journal.de

Der Aussteller Alba Import präsentierte auch irische Whiskeys wie die der Marke Hyde, für die die Hibernia Distillers stehen. Diese wählten für den neuen Hyde No. 7 President’s Cask einen dreifach destillierten und ausschließlich in ehemaligen Oloroso-Sherryfässern gereiften Single Malt Whiskey einer nicht genannten Brennerei, um ihn bei einer Alkoholstärke von 46 Prozent und ohne Kältefiltration abzufüllen. Wie bei den Limited Edition der letzten Jahre entstand auch dieses Mal eine Charge von 5.000 Flaschen.

Hyde No. 7 President's Cask
Bild: Spirituosen-Journal.de

Während der Bau der The Quiet Man Distillery in Nordirland aufgrund eines Inhaberwechsels gestoppt wurde, kam zu Jahresbeginn dennoch eine neue Small Batch Edition auf den Markt: der The Quiet Man 12 Jahre Bordeaux Cask Finish. Dieser dreifach gebrannte Single Malt Whiskey entstammt der Old Bushmills Distillery und verbrachte seine Hauptreifung in ehemaligen Bourbonfässern, gefolgt von einem einjährigen Finish in ehemaligen Bordeaux-Rotweinfässern. Abgefüllt wurde mit einem Alkoholvolumen von 46 Prozent. Angaben bezüglich Kältefiltration und Farbstoff fehlen. Ebenso ist nicht bekannt, wie viele Flaschen lanciert werden.

The Quiet Man 12 Jahre Bordeaux Cask Finish
Bild: Spirituosen-Journal.de