Neuheiten und Entdeckungen: Whisk(e)y-Messe Nürnberg „The Village“ 2019

Schottischer Whisky

Der Importeur Eggers & Franke stellte die erst Ende 2018 relaunchte Range von Old Pulteney aus. Während der Old Pulteney 12 Jahre lediglich ein Redesign erhielt, führte die Pulteney Distillery an der nördlichen Atlantikküste der schottischen Highlands gleich drei neue Single Malt Whiskys ein. Beim Old Pulteney Huddart handelt es sich um einen Single Malt Whisky, der für eine ungenannte Dauer in ehemalige Bourbonfässer darf, ehe er für ein Finish in torfige Whiskyfässer kommt. Das Resultat liefere der offiziellen Verkostungsnotiz zufolge salzige sowie rauchige Geschmacksnuancen. Der Old Pulteney 15 Jahre hingegen – gereift in ehemaligen Bourbon- und ehemaligen Sherryfässern – sei äußerst ausgewogen und weich mit Aromen von Trockenfrüchten, reifen Äpfeln und Zitronen, Honig und Vanille. Das neue Flaggschiff bildet der Old Pulteney 18 Jahre, der in ehemaligen Bourbon- und ehemaligen Sherryfässern reifen darf. Die offiziellen Tasting-Notes sprechen von Schokoladen- und Gewürznoten sowie kräftig pikanten Nuancen. Alle drei eint ein Alkoholvolumen von 46 Prozent. Offizielle Angaben bezüglich Farbstoff und Kältefiltration gibt es nicht.

Old Pulteney
Bild: Spirituosen-Journal.de

Whiskymax hatte den neuen Tullibardine The Murray Marsala Cask Finish dabei. Die neueste Sonderabfüllung der Marquess Collection der Tullibardine Distillery in den schottischen Highlands ist ein im Jahr 2006 gebrannter Single Malt Whisky, zunächst in First-Fill-Bourbonfässern und zuletzt ein weiteres Jahr in Ex-Marsala-Weinfässern gereift. Abgefüllt wurde mit einem Alkoholvolumen von 46 Prozent, ohne Kältefiltration und ohne Farbstoff.

Tullibardine The Murray Marsala Cask Finish
Bild: Spirituosen-Journal.de

Am Stand von Alba Import warteten diverse Neuheiten. Besondere Aufmerksamkeit verdient der Erstling der Kingsbarns Distillery in der schottischen Region Lowlands. Der erste Single Malt Whisky als General Release der Brennerei, die im März 2015 auf dem Grund einer umfassend restaurierten Farm in Kingsbarns im Council Area Fife die Produktion aufnahm, trägt den Namen „Dream to Dram“, was den langjährigen Wunsch der Gründerfamilie Wemyss nach einem eigenen Single Malt Whisky verdeutlicht. Für die Herstellung werden die in der Region wachsende Gerste und das mineralhaltige Wasser eines eigenen Tiefbrunnens verwendet. Auf die bis zu fünf Tage andauernde Fermentation folgt die langsame, zweifache Destillation in Kupferbrennblasen. Die mindestens dreijährige Reifung findet zu 90 Prozent in First-Fill-Bourbonfässern von Heaven Hill und zu den übrigen zehn Prozent in First-Fill-STR-Weinfässern statt. Abgefüllt wird mit einem Alkoholvolumen von 46 Prozent, ohne Kältefiltration und ohne Farbstoff.

Kingsbarns 'Dream to Dram'
Bild: Spirituosen-Journal.de

Neu war zudem der limitierte Bladnoch 17 Jahre der erst vor zwei Jahren wiedereröffneten Bladnoch Distillery in den schottischen Lowlands. Aus den Fasslagern, die noch aus den aktiven Zeiten der Brennerei gefüllt sind, wählte Master Distiller Ian MacMillan einen 17-jährigen Single Malt Whisky mit Hauptreifung in ehemaligen Bourbonfässern und rund zweijährigem Finish in ehemaligen Rotweinfässern aus Kalifornien. Das Abfüllen in Flaschen geschah mit einem Alkoholvolumen von 46,7 Prozent, ohne Kältefiltration und ohne Farbstoff. Die Auflage umfasst 6.000 Flaschen.

Bladnoch 17 Jahre
Bild: Spirituosen-Journal.de

Von Wolfburn standen gleich zwei recht neue Abfüllungen aus. Die noch recht junge Destillerie im Norden der schottischen Highlands launchte erst Ende 2018 mit dem Wolfburn Langskip einen Single Malt Whisky, der fünf Jahre in First-Fill-Bourbonfässern reifen darf. Abgefüllt wird mit einer hohen Batch Strength. Im Fall der ersten Auflage mit einem Alkoholvolumen von 58 Prozent. Außerdem verzichtet die Brennerei auf eine Kältefiltration und Hinzugabe von Farbstoff. Der Name „Langskip“ steht für die typischen Langschiffe der Wikinger, die einst die Küste von Caithness dominierten und viele tiefe kulturelle Spuren hinterließen. Ferner war der Wolfburn Small Batch No. 270 vor Ort. Dieser im vergangenen Jahr veröffentlichte Single Malt Whisky ist eine Limited Edition, die dem Wolfburn Small Batch No. 128 folgt. Für beide bezog Wolfburn extra kleine First-Fill-Bourbonfässer einer aufstrebenden Whiskeybrennerei in den USA. Während beim No. 128 getorfter New Make in einen Teil der Fässer kam, füllte man ein ungetorftes Destillat für den No. 270 in die übrigen Fässer. Vom Wolfburn Small Batch No. 270 – die Zahl bedeutet Lagerhaus zwei und Fassreihung 70 – wurden 6.000 Flaschen bei einem Alkoholvolumen von 46 Prozent und naturbelassen abgefüllt.

Wolfburn Langskip
Bild: Spirituosen-Journal.de
Wolfburn Small Batch No. 270
Bild: Spirituosen-Journal.de

Schließlich hatte Alba Import auch ausgewählte Abfüllungen von Kilchoman dabei. Zu den neueren Exemplaren zählt die inzwischen achte Edition des Kilchoman 100% Islay, die im Spätjahr 2018 auf den Markt kam. Für diesen Single Malt Whisky verarbeitete die Kilchoman Distillery auf der schottischen Insel Islay ausschließlich vor Ort eigen angebaute Gerste der Sorte „Optic“, angefangen beim eigenhändigen Mälzen über das Torfen auf einen Phenolgehalt von rund 20 ppm bis hin zur zweifachen Destillation in Kupferbrennblasen. Mit dem New Make zwischen den Jahren 2008 und 2012 befüllte 23 Ex-Bourbon-Barrels und sieben Ex-Oloroso-Sherry-Butts wurden vor Kurzem vermählt und mit einem Alkoholvolumen von 50 Prozent abgefüllt. Auf eine Kältefiltration und die Hinzugabe von Farbstoff verzichtete die Brennerei. Es entstanden 12.000 Flaschen. Derweil brachte Kilchoman auch eine Sonderabfüllung exklusiv für Deutschland auf den Markt. Die „German Edition“ ist ein rund sechs Jahre alter Single Malt Whisky, der in ehemaligen Rumfässern nachgereift wurde. Das Abfüllen in Flaschen erfolgte mit einem Alkoholvolumen von 56,2 Prozent. Eine Angabe über die Anzahl der Flaschen gibt es nicht.

Bild: Spirituosen-Journal.de

Durchaus erwähnenswert ist auch der Cask Orkney 18 Jahre vom unabhängigen Abfüller A.D. Rattray. Hinter diesem Single Malt Whisky steckt eine nicht genannte Brennerei der Orkney Inseln vor der Nordküste Schottlands. Inoffiziell ist von der Highland Park Distillery die Rede. Reifen durfte die limitierte Small-Batch-Abfüllung mindestens 18 Jahre in ehemaligen Bourbonfässern. Nach der Reifung erfolgte das Abfüllen in Flaschen mit einem Alkoholvolumen von 46 Prozent, ohne Kältefiltration und ohne Farbstoff.

Cask Orkney 18 Jahre
Bild: Spirituosen-Journal.de

Mitte 2018 startete Schlumberger die Reihe der „German Selection by Schlumberger“ unter anderem mit einem Single Cask Whisky von Benromach. Inzwischen ist mit dem Benromach Exclusive Single Cask Vintage 2006 mindestens eine Einzelfassabfüllung hinzugekommen. Dieser Single Malt Whisky wurde im Jahr 2006 in der Brennerei in der schottischen Region Speyside destilliert und in ein First-Fill-Bourbonfass zur Reifung gegeben. Nach etwa zwölfjähriger Reifezeit erfolgte die Flaschenabfüllung mit einer Fassstärke von 59,1 Prozent. Es entstanden 223 Flaschen. Angaben zu Kältefiltration und Farbstoff fehlen.

Benromach Exclusive Single Cask Vintage 2006
Bild: Spirituosen-Journal.de

Ferner zeigte Schlumberger die Neuheiten des schottischen Abfüllers Morrison & MacKay, wie den Old Perth 14 Jahre 2004 3rd Release. Dieser Blended Malt Whisky entstammt einem einzelnen First-Fill-Sherry-Butt, in dem die 2004 destillierten Single Malt Whiskys der The Macallan Distillery in der Speyside und der Highland Park Distillery auf den Orkney Inseln vereint wurden. Nach einer Reifezeit von 14 Jahren erfolgte nun das Abfüllen in Flaschen mit einem Alkoholvolumen von 43,7 Prozent. Es entstanden 675 Flaschen. Offizielle Angaben bezüglich Farbstoff und Kältefiltration gibt es nicht. Zudem brachte Morrison & MacKay zwei neue und rare Single Cask Bottlings unter dem Markennamen Old Perth auf den Markt. Zum einen entstand der Old Perth Blended Malt 1977 41 Jahre, für den im Jahr 1977 gebrannte Malt Whiskys nicht genannter Brennereien in einem einzelnen Ex-Sherry-Butt aufeinandertrafen. Nach der Reifezeit von 41 Jahre erfolgte das Abfüllen mit einer Alkoholstärke von 45,3 Prozent. Zum anderen befreite das Familienunternehmen für den Old Perth Blended Grain 1971 46 Jahre ein einzelnes Ex-Bourbon-Barrel, in dem die im Jahr 1971 gebrannten Grain Whisky ungenannter Brennereien vermählt wurden. Im Anschluss an die 46-jährige Reifung kam das Single Cask mit einem Alkoholvolumen von 49,9 Prozent in Flaschen.

Old Perth
Bild: Spirituosen-Journal.de

Im Spätjahr 2018 unterzog Diageo die Marke Mortlach einem Relaunch, da die erst 2014 eingeführte Range die Whisky-Gemeinde nicht überzeugt haben soll. Das neue Sortiment der in der schottischen Speyside ansässigen Mortlach Distillery setzt sich aus dem Mortlach 12 Jahre The Wee Witchie, dem Mortlach 16 Jahre Distiller’s Dram und dem Mortlach 20 Jahre Cowie’s Blue Seal zusammen. Allesamt reifen in Ex-Bourbon- und oder Ex-Sherryfässern. Außerdem eint die drei Single Malt Whiskys ein Alkoholvolumen von 43,4 Prozent. Offizielle Angaben bezüglich Kältefiltration und Farbstoff werden nicht gemacht. Weiterhin zeichnet die Whiskys von Mortlach eine aufgrund unterschiedlicher Brennblasen und komplexer Rohrverläufe eine 2,81-fache Destillation aus. Für den Duty Free gibt es exklusiv den Mortlach 14 Jahre Alexander’s Way.

Mortlach
Bild: Spirituosen-Journal.de