Seit diesem Jahr ergänzt ein Single Malt Whisky das Sortiment der bislang einzig für Brandy bekannten Marke Carlos I. Bei Osborne konnten wir uns kürzlich ein erstes Bild vom Carlos I Single Malt machen – ein Marktstart in Deutschland ist aber vorerst nicht in Sicht.
Single Malt trifft Carlos I Brandy
Für den Carlos I Single Malt bezieht Osborne, beheimatet im andalusischen El Puerto de Santa María, einen New Make Spirit von einer namentlich nicht genannten Partnerbrennerei, die sich ebenfalls in Andalusien befindet. Osbornes Master Blender Marcos Alguacil lässt den Malzbrand nach seinen Vorstellungen auf Kupferbrennblasen zweifach destillieren. In der Bodega El Tiro, der größeren der beiden Bodegas Osborne in El Puerto de Santa María, angekommen, wird der New Make Spirit in Ex-Carlos-I-Brandy-Butts aus amerikanischer Weißeiche gegeben.
Jene Fässer waren zuvor über einige Jahrzehnte Bestandteil des Solera-Systems des Carlos I Original, eines Brandy de Jerez Solera Gran Reserva mit einer durchschnittlichen Reifezeit von acht Jahren. Wiederum davor gehörten die Fässer jahrzehntelang Solera-Systemen an, die zur Reifung von Amontillado und Oloroso Sherry dienten. Rund vier Jahre darf der New Make Spirit so zu einem Single Malt heranreifen. Zu diesem Zeitpunkt wirkt der Single Malt noch sehr jung. Direkt aus dem Fass gezogene Proben machen zwar bereits einen zunehmend runden Eindruck, zeigen aber noch deutliche Malzanklänge und nur geringe Fasseinflüsse.
Doppeltes Finish in originalen Sherry Casks
Die Wende bringt ein doppeltes Finish in Ex-Sherry-Butts, die historischen Solera-Systemen entstammen und jahrzehnte- bis jahrhundertelang Sherry enthielten. Über zwei Jahre erhält der Single Malt eine Nachreifung erst in Fässern des Amontillado 51-1ª Solera von 1830 und dann noch in Fässern des Oloroso Sibarita Solera von 1792. Der Einfluss auf den Single Malt ist erheblich. Weg sind die jungen Noten und die Malzigkeit, dafür rücken starke Sherry- und Reifenoten in den Vordergrund. In die Flasche gelangt der Single Malt mit einem Alkoholvolumen von 43 Prozent. Soweit bekannt, wird sowohl auf eine Kältefiltration als auch auf eine Nachfärbung verzichtet.
Tasting-Notes
Von offizieller Seite wird der Geruch des Carlos I Single Malts beschrieben als elegant und komplex, mit Aromen von Pflaumen und kandierten Früchten, ergänzt durch feine Noten von Schokolade und Holz. Am Gaumen bestätige sich die Holznote, gepaart mit ausgewogener Geschmeidigkeit und trockener Textur. Der Abgang sei exquisit und köstlich mit eleganten Sherrynoten, die lange nachklingen sollen.
Kein Marktstart in Deutschland in Sicht
Unseren Informationen zufolge hat der deutsche Vertrieb Eggers & Franke noch nicht bestimmt, den Carlos I Single Malt nach Deutschland zu holen. Da Deutschland allerdings der wichtigste Markt für die Marke Carlos I ist, dürfte es bis zur Markteinführung nur eine Frage der Zeit sein.
Osborne hat uns einen exklusiven Einblick gewährt. Vorgaben hinsichtlich einer Berichterstattung bestanden zu keinem Zeitpunkt. Die Reisekosten haben wir selbst getragen.
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