The Glenlivet 12 Jahre Licensed Dram im Test: Volle Kraft voraus

Im zweiten Jahr der „The Original Stories“-Serie der The Glenlivet Distillery in der schottischen Speyside kam der The Glenlivet 12 Jahre Licensed Dram auf den Markt. Auch die zweite Limited Edition der Reihe soll an die Anfänge bei The Glenlivet erinnern. Konkret wird diesmal dem Jahr 1824 gedacht, als Gründer George Smith als erster im „Valley of the Livet“ eine Lizenz zum offiziellen Whiskybrennen erhielt. Der vor diesem Hintergrund entstandene Single Malt Whisky wurde jedoch nach gewohnten Standards auf Grundlage von Gerstenmalz und Wasser der Quelle Josie’s Well zweifach in Kupferbrennblasen destilliert. Die mindestens zwölfjährige Reifung fand in First-Fill-American-Oak- und First-Fill-European-Oak-Casks statt. Klassischerweise handelt es sich dabei um Synonyme für ehemalige Bourbon- und ehemalige Sherryfässer. Abgefüllt wurde eine unbekannte Anzahl Flaschen mit einem Alkoholvolumen von 48 Prozent und zusammen mit Farbstoff. Eine Kältefiltration gilt als unwahrscheinlich. Mehr Informationen zur Marke und Destillerie der getesteten Spirituose sind auf der The-Glenlivet-Übersichtsseite zu finden.

The Glenlivet 12 Jahre Licensed Dram Glas und Flasche
The Glenlivet 12 Jahre
Licensed Dram

Optik / Flasche

Abgefüllt wurde der gold- bis bernsteinfarbene The Glenlivet 12 Jahre Licensed Dram in eine recht kompakte und bauchige Braunglasflasche. Wie beim Erstling der Serie wählte das Unternehmen Chivas Brothers das Design aus seinen historischen Archiven aus, ein Bezug zu Glenlivet besteht dabei allerdings nicht. Die Flaschenform fällt durch ihren recht niedrigen und breiten Körper auf, der sich zum Boden leicht verjüngt. Rundliche Schultern bringen den Körper mit dem leicht bauchigen und durchaus langen Hals zusammen. Das Ende des Halses umgibt eine türkisfarbene Banderole, dezent geschmückt mit dem Markenschriftzug und der Signatur von Gründer George Smith. Ein kreideweißer Papierstreifen mit dem Verweis auf die „The Original Stories“-Serie fungiert als eine Art Siegel.
Als Verschluss kommt ein Naturkorken zum Einsatz, der an einer beigefarbenen Kunststoffkappe angebracht ist. Auf der Kappe eingraviert ist das Markenlogo, das die den Fluss Livet überspannende Packhorse Bridge zeigt.
Die Vorderseite der Flasche nehmen zwei mittelgroße Etiketten ein. Das eine ist in einem Kreideweiß gehalten. Neben dem Markenschriftzug und der Altersangaben – beides in Schwarz – ist die Bezeichnung „Licensed Dram“ in Türkis abgedruckt. Das zweite Etikett erstrahlt in einem Türkisfarbton. Ins Auge fallen das Konterfei des Gründers George Smith und der goldfarbene Verweis auf die „The Original Stories“-Serie.
Hinten hält das mittelgroße Rücketikett keine nennenswerten Infos bereit.

Zur Flasche gehört eine aus weißer Pappe gefertigte Geschenkverpackung, die weitflächig Ausschnitte von allen Dokumenten zieren. Im Zentrum stehen jedoch die gleichen Designelemente wie die der Flaschenetiketten. Auf der Rückseite zudem sind ein Text über Gründer George Smith und dem von ihm entwickelten Whiskystil sowie ein Aromarad samt Tasting-Notes vorzufinden. Ein QR-Code führt zu weiteren Infos über die Geschichte hinter dem Whisky.

Galerie
The Glenlivet 12 Jahre Licensed Dram Vorderseite
Vorderseite
The Glenlivet 12 Jahre Licensed Dram Rückseite
Rückseite
The Glenlivet 12 Jahre Licensed Dram Verschluss
Verschluss
The Glenlivet 12 Jahre Licensed Dram Hals
Hals
The Glenlivet 12 Jahre Licensed Dram Verpackung und Flasche
Verpackung

Geruch / Geschmack

In die Nase dringt der The Glenlivet 12 Jahre Licensed Dram mit Kraft und Wärme vor. Neben süßlicher Vanille, Karamell und knackigem Getreide zeigen sich Noten von Blütenhonig und Ahornsirup. Zügig entwickelt sich eine feine Eichenwürze mit dezentem Pfeffer, Zimt, Nelke und Bittermandel. Für einen fruchtigen Einschlag sorgen Pfirsich und Trockenfrüchte.
Der Geschmack erweist sich als sehr intensiv, vollmundig und ölig. Auf ein kurzes Intermezzo von Vanille, Karamell und Honig folgen viel Getreide und eine feine Eichenwürze, die mit einen wärmenden Röstnoten sowie Aromen von Zimt, Pfeffer und Nelke daherkommt. Punktuell legt sich eine Schärfe auf die Zunge. Zum Abgang hin rücken Nüsse und Lakritz in den Vordergrund.
Den kräftigen und würzigen Abgang prägen noch sehr lang getoastete Eiche, Nelke und Pfeffer samt einer minimalen Schärfe. Zu guter Letzt zeigen sich noch einmal eher süßliche Noten von Vanille, Karamell, Malz und Honig, aber auch Nüsse und wenige Trockenfrüchte.

Kombiniert man den The Glenlivet 12 Jahre Licensed Dram mit wenigen Tropfen stillen Wassers wird der Geruch süßlich und blumig mit viel Honig.
Im Mund bleibt die Wärme. Außerdem wird der Whisky recht mild, dabei jedoch auch deutlich schwächer bei weniger Struktur.
Der Nachhall fällt merklich kürzer und schwächer aus.

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Empfohlene Trinkweise

Aufgrund der erhöhten Alkoholstärke ist der The Glenlivet 12 Jahre Licensed Dram wohl eher etwas für Enthusiasten und solche, die einer werden wollen. Empfehlenswert ist der Purgenuss bei Zimmertemperatur. Auf eine Kühlung wie auch auf die Hinzugabe von Eiswürfeln sollte zugunsten der ungehinderten Entfaltung verzichtet werden. Durch wenige Tropfen stillen Wassers verliert der Whisky merklich.
Wenn es ans Mixen geht, bieten sich vor allem der „Whisky Sour“, der „Rob Roy“ und der „Old Fashioned“ an.

Fazit

4,0

The Glenlivet 12 Jahre Licensed Dram Wertung
Der im Herbst 2021 von der The Glenlivet Distillery in der schottischen Speyside enthüllte The Glenlivet 12 Jahre Licensed Dram ist als Hommage an das Jahr 1824 gedacht, als Gründer George Smith als erster im „Valley of the Livet“ eine Lizenz zum offiziellen Whiskybrennen erhielt. Zwar kann der für die Limited Edition abgefüllte Single Malt Whisky nicht ganz die hohen Erwartungen erfüllen, die der Whiskykenner aufgrund der Verwendung von First-Fill-Fässern und einer hohen Alkoholstärke haben dürfte, dennoch kann sich das Gebotene sehen lassen. Zur hohen Intensität und beachtlichen Wärme gesellen sich eine komplexe und zugleich recht harmonische Aromatik. Besonders in Erinnerung bleibt die ausgeprägte und vielschichtige Würze. Abstriche gibt es für die hier und da doch deutliche Schärfe. Sowohl für den Purgenuss bei Zimmertemperatur als auch für den Mix ist der Whisky wie gemacht. Das Design kann nicht nur optisch, sondern auch in Sachen Verarbeitung und Materialwahl punkten. An die in eine Geschenkverpackung gehüllte 0,7-l-Flasche gelangt der Genießer für einen stimmigen Preis von rund 40 Euro. Über den Umfang der Limitierung schweigt man sich aus.

Das Sample wurde uns von Pernod Ricard Deutschland ohne Vorgaben hinsichtlich einer Berichterstattung zur Verfügung gestellt.

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