Test: Allie Gin

Im März 2017 launchte das von Andreas Vetter gegründete Unternehmen Neper Spirits in Allensbach am Bodensee den Allie Gin. Die Entwicklung der Rezeptur soll vier Jahre in Anspruch genommen haben. Nach mehreren Anläufen und über 60 Testdestillaten entschieden sich die Verantwortlichen für eine Auswahl von 24 Botanicals – bekannt sind die klassischen Zutaten Wacholder, Koriander und Zitrusfrüchten – und eine mehrwöchige Lagerung in großen Eichenholzfässern. Durch die Reifung erhält der Gin eine leichte hellgoldene Färbung. Für die Flaschenabfüllung stellt Neper Spirits das Alkoholvolumen bei 46 Prozent ein. Ob es abschließend zu einer Filtration oder Süßung kommt, ist nicht bekannt. Mehr Informationen zur Marke und Destillerie der getesteten Spirituose sind auf der Allie-Übersichtsseite zu finden.

Allie Gin Glas und Flasche
Allie Gin

Optik / Flasche

Ein Highlight des Allie Gins ist die große und schwere Weißglasflasche in Form eines in der Populärkultur typischen Alienkopfes, deren Herstellung eine italienische Glashütte übernimmt. Der „Kopf“ lässt große Augen, eine reduzierte Nase, kleine Ohren und einen nach vorne ragenden Mund erkennen. Auf der Höhe der Stirn befindet sich das das Konterfei eines Aliens zeigende Logo der Marke. Das spezielle Design bietet ein nur mäßiges Handling, aber einen sicheren Stand dank eines recht massiven Sockels. Nach oben folgt ein kurzer Hals, der in Verbindung mit der Flaschenform ein Ausschenken erschwert.
Verschließen lässt sich die Flasche von einem Drehmechanismus aus kupferfarbenen Metall. Ein schmaler schwarzer Papierstreifen, versehen mit dem Markenlogo und „spacigen“ Schriftzeichen, versiegelt den Verschluss.
Eine Etikettierung existiert praktisch nicht. Lediglich ein kleines, transparentes Etikett ziert die Rückseite des Sockels und enthält in erster Linie den Markenschriftzug.

Die Flasche des Allie Gins gibt es in einer Geschenkverpackung aus mittelprächtig stabiler Pappe. Befindet sich die schwere Flasche in der Verpackung, sollte der Boden bei einem Transport gestützt werden. Die Optik der schwarzen Hülle prägen der kupferfarbene Schriftzug, das Logo, ein Sternenhimmel sowie verschiedene fremde Schriftzeichen. Ferner stehen der bedrohliche Blick eines Aliens und die Pyramiden in Ägypten, deren Erbauer laut Verschwörungstheorien extraterrestrische Wesen gewesen sein sollen, im Mittelpunkt.

Galerie
Allie Gin Vorderseite
Vorderseite
Allie Gin Vorderseite Etikett
Vorderseite Etikett
Allie Gin Rückseite
Rückseite
Allie Gin Rückseite Etikett
Rückseite Etikett
Allie Gin Verschluss
Verschluss
Allie Gin Hals
Hals
Allie Gin Verpackung und Flasche
Verpackung

Geruch / Geschmack

Mittelkräftig erscheint der Duft des Allie Gins. Leicht im Fokus stehen die harmonisch auftretenden Noten von Wacholder, Koriander und Zitrone, die nach kurzer Zeit für eine milde Ingwer- und Pfefferschärfe Platz machen. Darüber hinaus geben sich Anklänge von wurzelartiger-erdiger Angelikawurzel und süßlichem Lavendel zu erkennen.
Geschmacklich erweist sich der Gin zunächst als süß nach Lavendel und Süßholz. Kurz übernimmt eine nicht gerade geringe, strukturierte Ingwerschärfe. Es folgt eine Trockenheit im Mund mit Nuancen von Nelke und Eichenholz, Aromen von Wacholder, Koriander und Zitrone sowie ein Hauch Angelikawurzel.
Im mittellangen und milden Abgang klingen die Noten von Wacholder, Koriander, Angelikawurzel, Nelke, Süßholz und Kardamom nach.

Empfohlene Trinkweise

Wie für Gin üblich wird auch der Allie Gin in erster Linie als Longdrink oder Cocktail genossen. Der große Klassiker ist der „Gin Tonic“, der hier laut Neper Spirits besonders mit einem Tonic Water von Fever Tree gelingen soll. Weitere empfehlenswerte Drinks sind der „Gin Fizz“ und der „Martini“.
Der Purgenuss bei Zimmertemperatur kann ebenfalls in Betracht gezogen werden.

Fazit

4,0

Allie Gin Wertung
Mit der Markteinführung des Allie Gins veröffentlichte Gründer Andreas Vetter auf der Markenwebsite eine Geschichte um das fiktive Alien-Mädchen Allie, die nach und nach weitergeführt werden soll. Der Gin selbst gefällt durch recht kräftige und ausgeprägte Aromen eines klassischen Profils sowie durch eine ordentliche Komplexität. Beeindruckend ist die Struktur der Schärfe, die dem ein oder anderen durchaus zu geballt erscheinen kann. Obwohl der Nachklang nicht allzu lang ist, kommen noch eine ansprechende Anzahl an Nuancen zur Geltung. Vorrangig genießt man den Gin in Longdrinks und Cocktails, aber auch der Genuss pur und bei Zimmertemperatur ist nicht zu verachten. Den Eindruck, den das einem Alienkopf nachempfundene Flaschendesign hinterlässt, schwankt zwischen faszinierend ausgefallen und makaber, während klare Schwächen in der Handhabung erkennbar sind. Wer den Allie Gin erwerben will, muss circa 40 Euro für die 0,7-l-Flasche inklusive Geschenkverpackung investieren. Ein alles in allem angemessener Preis.

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