Spirituosentrends 2025: Etliche Kategorien mit erneutem Einbruch

Der Bundesverband der Deutschen Spirituosen-Industrie und -Importeure (BSI) hat die „Daten aus der Alkoholwirtschaft“ für 2025 veröffentlicht. Für die Mehrheit der Spirituosenkategorien geht es hierzulande erneut bergab, doch ein paar Spirituosen verzeichnen Wachstum.

Bild: KI-generiert

Konsumflaute hält an

Die von Circana erhobenen Zahlen nennen für 2025 einen Absatz von 431,996 Mio. 0,7-l-Flaschen. Vor dem Hintergrund, dass 2024 noch 455,997 Mio. Flaschen abgesetzt werden konnten, liegt ein Minus von 5,3 Prozent vor.

Spirituosen-Hitparade im LEH 2024/2025 in Gesamtdeutschland (Flaschen)

(Lebensmittel-Einzelhandel [LEH] inklusive Discounter, exklusive Fachhandel und Kaufhäuser; Angaben nach Absatz in 1.000 Stück ≙ Flaschen à 0,7 l)

Zu den großen Verlierern gehören Cachaça (-21,5%), Aquavit (-18,2%), Scotch Whisky (-16,4%), Malt Whisky (-14,0%) und Gin & Genever (-13,5%). Auch einige Traditionsspirituosen haben erheblich Federn lassen müssen: Doppelwacholder (-46,9%), Steinhäger (-17,9%), Bärwurz (-17,1%) und Enzian (-11,5%). Genauso ist auch der Absatz für geographisch geschützte Spirituosen aus dem Ausland rückläufig, das betrifft im Speziellen Ouzo (-9,6%), Raki (-8,4%), Tequila (-8,2%), Armagnac (-7,9%) und Grappa (-7,7%). Trotz des Aperitif-Kults und der Low-ABV-Bewegung sind auch Bitterlikör (-6,6%) und Fruchtlikör (-3,5%) unter den Verlierern.

Ein solides Wachstum zeigt derweil der Doppelkorn (+2,7%) und auch für den Irish Whiskey (+3,3%) geht es bergauf. Während Armagnac (-7,9%) und Weinbrand (-6,7%) schwächeln, zeigt die Nachfrage nach Brandy (+4,9%) und Cognac (+7,2%) nach oben. Mit einem Plus von 29,5 Prozent klar unter den Gewinnern ist Moccalikör / Kaffeelikör – vermutlich aufgrund des neuerlichen Kaffeetrends und der anhaltenden Beliebtheit des „Espresso Martini“. Die Nummer eins in der „Spirituosen-Hitparade“ ist Sonstiger Whisky (+107,5%), also Whisky, der kein Malt Whisky ist und von außerhalb der Whisk(e)ynationen Schottland, Irland, USA und Kanada stammt. In Betracht kommen Rye Whisky aus Mitteleuropa genauso wie Blended Whisky aus Japan.

Spirituosen-Hitparade im LEH 2024/2025 in Gesamtdeutschland (Umsatz)

(Lebensmittel-Einzelhandel [LEH] inklusive Discounter, exklusive Fachhandel und Kaufhäuser; Angaben nach Umsatz in 1.000 €)

Betrachtet man den Umsatz anstelle der abgesetzten Flaschen sind die Ausschläge nicht ganz so deutlich, die Tendenz bleibt aber. So bleiben Sonstiger Whisky (+68,4%) und Moccalikör / Kaffeelikör (+26,5%) an der Spitze, während Tresterbrand (-21,6%) und Doppelwacholder (-32,6%) weiterhin die Schlusslichter bilden. Auffällig sind Brandy und Cognac: von beiden konnten zwar 4,9 respektive 7,2 Prozent mehr Flaschen abgesetzt werden, den Umsatz konnte das allerdings mit 0,5 respektive 0,7 Prozent nur marginal beflügeln. Denkbar wäre, dass der gesteigerte Flaschenverkauf durch Rabatte zustande gekommen ist. Auch könnten Konsumenten mehr zu jüngeren und daher günstigeren Brandys beziehungsweise Cognacs gegriffen haben.

Alle Daten und Zahlen gibt es auf der Website des BSI .

Quelle: Bundesverband der Deutschen Spirituosen-Industrie und -Importeure e. V. (BSI)