Aha Excelsior im Test: Geschichtsträchtig und ein Hochgenuss

In Hünfeld dürfte er jedem ein Begriff sein. Die Rede ist vom Aha Excelsior, einem Kräuterlikör, dessen Herstellung der Gewürzhändler Franz Carl Aha im Jahr 1843 in der osthessischen Stadt auf Grundlage einer von Fuldaer Franziskanermönchen im 17. Jahrhundert entwickelten Rezeptur startete. Nur unterbrochen von den Weltkriegen konnte das Familienunternehmen rund 150 Jahre lang eine Erfolgsgeschichte schreiben. Als 1994 das Unternehmen aus Ermangelung eines geeigneten Nachfolgers aufgegeben werden musste, übernahm Hünfeld den Erhalt der Marke. Seit 2019 gehört die Marke zudem wieder der Familie Aha. Die Herstellung nach Originalrezeptur obliegt seit der Unternehmensaufgabe der Schlitzer Destillerie im nahen Schlitz. Jene Rezeptur besteht aus 40 Kräutern, Beeren, Wurzeln und Gewürzen – von heimischen Wildkräutern aus dem Biosphärenreservat Rhön wie auch aus Fernost. Mit von der Partie sind unter anderem Arnika, Melisse, Minze, Rosmarin, Salbei, Wermutkraut, Wacholderbeere, Schlehe, Kornelkirsche, Angelikawurzel, Liebstöckel, Bertramwurzel, Gelbe Enzianwurzel, Muskatnuss, Kardamom, Zimtblüte, Sternanis, Safran und Süßholz. Diese Ingredienzen werden, aufgeteilt in verschiedene Grundstoffe, zu Mazeraten und Destillaten verarbeitet. Hinzu kommt eine Reifung in Eichenholzfässern. Nach dem Abmischen mit Alkohol und Zucker gelangt der Likör mit einem Alkoholvolumen von 38 Prozent in Flaschen. Mehr Informationen zur Marke und Destillerie sind auf der Aha-Excelsior-Übersichtsseite zu finden.

eine Flasche Aha Excelsior Kräuter-Liqueur nebst Glas

Optik / Flasche

Zu haben ist der dunkle Aha Excelsior in einer Weißglasflasche. Der im Grunde zylindrische Körper besitzt eine schlanke und hohe Formgebung sowie eine leichte Taillierung im unteren Drittel. Enganliegende Schultern führen zum mittellangen Hals.
Als Verschluss dient ein Schraubmechanismus aus goldfarbenem Metall.
Die Vorderseite überzieht ein sehr großes, weißes Hauptlabel mit goldfarbenen Verzierungen als Rahmen. Im Mittelpunkt steht der rote Markenname, von dem Strahlen ausgehen. Weiter unten ist die Signatur von Michael Aha angebracht, der nun in fünfter Generation das Familienunternehmen fortführt. Am unteren Ende des Etiketts sind goldfarbene Medaillen aus der über eineinhalb Jahrhunderte langen Erfolgsgeschichte des Kräuterlikörs zu sehen.
Ein etwas kleiner ausfallendes Etikett auf der Rückseite liefert zusätzlich eine Beschreibung des Kräuterlikörs samt einiger Ingredienzen.

Geruch / Geschmack

In die Nase startet der Aha Excelsior mit dunklen Beerennoten, die Erinnerungen an Heidelbeere und Schlehe wecken. Umgehend hinzu stoßen feinwürziger Zimt und eine feine Wärme. Weiter vernimmt man ein nuanciertes Spiel aus Anklängen von frischem Anis und Salbei, waldigem Rosmarin und Wacholder. Immer wieder ist zudem delikater Liebstöckel erkennbar. Im Hintergrund schwingen blumige Noten mit.
Geschmacklich ist der Kräuterlikör charaktervoll, aber sehr weich, viskos und warm. Erst reife Beeren wie Heidelbeere und Schlehe, dann eine samtige Textur feinwürzigen Zimts. Weiter noch Anis, Salbei und leichte Zitrusnoten. Dann deutlicher Kakao mit nussigen Anklängen, gefolgt von einem blumig-kräutrigen Schub nach Kamille. Zwischenzeitlich delikater Liebstöckel, milder Kardamom und Muskat. Insgesamt eine stimmige Süße.
Im Nachklang erweist sich der Kräuterlikör als weiterhin viskos, weich und warm. Sehr lang verweilen noch Schlehe, Kakao, leicht herbale Noten, Wacholder, Salbei und wiederkehrender Liebstöckel. Zuletzt leicht erdige Noten bei einer alles in allem angenehmen Süße.


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Rum & Co

Empfohlene Trinkweise

Wie für Kräuterliköre typisch steht auch für den Aha Excelsior der Purgenuss im Vordergrund. Dieser kann bei Zimmertemperatur oder auch bei leichter Kühlung erfolgen.
Zudem kann der Kräuterlikör auch für Drinks herhalten. Die Marke selbst empfiehlt vor allem eine Reihe an Longdrinks, unter anderem einen „Aha Mule“. Weiter kommt auch ein Twist des „Negroni“ in Betracht.

Fazit

exzellent

Der Aha Excelsior ist ein geschichtsträchtiger Kräuterlikör, der eng mit der osthessischen Stadt Hünfeld verbunden ist und in der Schlitz Destillerie im nahen Schlitz hergestellt wird. Die aus 40 Zutaten bestehende Komposition kann aufgrund ihrer besonderen Vielschichtigkeit, harmonischen Kraftentfaltung und stimmigen Süße im höchsten Maße punkten.
Geboten wird ein komplexes Aromenspiel aus dunklen Beeren, diversen Kräutern, feinen Gewürzen und erdigen Anklängen. Die Entfaltung ist durch und durch kraftvoll, aber stimmig und nie störend. Einher geht das Ganze mit reichlich Mundgefühl und einer gewissen Wärme. Das i-Tüpfelchen stellt die durchweg angemessene Süße dar. Dank des langen Nachhalls bleibt der Kräuterlikör noch einige Zeit erhalten. Zu empfehlen ist klar der Purgenuss, wobei auch einem Drink nichts im Weg steht. Das Design liefert einen guten Kompromiss zwischen traditionell und modern. In Anbetracht des Gebotenen ist der Preis von circa 15 Euro sehr günstig.

Das Sample wurde uns von der Aha-Likör Gesellschaft ohne Vorgaben hinsichtlich einer Berichterstattung zur Verfügung gestellt.

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