Cocktail.Kultur.Gesellschaft: Der gesellschaftliche Wert von Bars, Clubs und Kneipen

Eine mögliche Erhöhung der Spirituosensteuer würde Bars, Kneipen und Clubs in Deutschland in einer ohnehin angespannten Lage zusätzlich belasten. Das zeige eine neue Studie, die im Auftrag der Cocktail.Kultur.Gesellschaft. von EY-Parthenon erstellt wurde.

eine Schankwirtschaft von innen
Bild: KI-generiert

Mehr als nur Unternehmen

Die Studie „Der gesellschaftliche Wert von Bars, Clubs und Kneipen“ der Autoren Dr. Ferdinand Pavel und Dr. Veit Böckers, die für die Analyse auf amtliche Statistiken, wissenschaftliche Literatur, Branchendaten sowie eine ergänzende Befragung von Gastronomiebetrieben durch die Cocktail.Kultur.Gesellschaft. zurückgegriffen haben wollen, soll deutlich machen: Wenn getränkegeprägte Gastronomiebetriebe schließen, gehe weit mehr verloren als ein Unternehmen. Es würden Orte verschwinden, an denen Menschen zusammenkommen, Nachbarschaft entsteht, Vereinsleben stattfindet und gesellschaftlicher Zusammenhalt im Alltag gelebt wird.

Soziale Ankerpunkte

Ferner belege die Studie, dass Bars, Kneipen und Clubs wichtige „Dritte Orte“ neben Zuhause und Arbeitsplatz sind. Als niedrigschwellige Räume für Begegnung, Austausch und Teilhabe leisteten sie einen Beitrag zu Gemeinschaft, sozialem Vertrauen und lokaler Demokratie. Gerade in Zeiten, in denen öffentliche Begegnungsräume vielerorts seltener würden, seien sie soziale Ankerpunkte in Städten, Gemeinden und Quartieren. Politisch finde diese Bedeutung zunehmend Anerkennung. So habe sich die neue Regierungskoalition aus CDU und SPD in Rheinland-Pfalz vorgenommen, ein „Dorfkneipenprogramm“ auf den Weg zu bringen, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken und Orte der Begegnung zu erhalten.

Debatte um Steuererhöhungen

Die Branche stehe massiv unter Druck. Steigende Personal-, Energie- und Mietkosten und rückläufige Besucherfrequenzen würden viele Betriebe belasten. Die Zahl der getränkegeprägten Gastronomiebetriebe sank den Angaben nach von 40.794 im Jahr 2015 auf 32.610 im Jahr 2024 – ein Rückgang von circa 20 Prozent. Eine zusätzliche Belastung würde daher die beschriebene Lage weiter verschärfen. Wo höhere Kosten nicht vollständig aufgefangen oder weitergegeben werden könnten, gerate die wirtschaftliche Tragfähigkeit unter Druck. Eine Steuererhöhung wäre keine abstrakte Mehrbelastung, sondern könne für Betriebe zur konkreten Existenzfrage werden.

Die komplette Studie ist hier auf Abruf.

Quelle: Cocktail.Kultur.Gesellschaft