RumerIE BaRON im Test: Deutscher Rum in Hochform

Der RumerIE BaRON ist das Aushängeschild der RumerIE – Destille am Schlossplatz, die zum Obst- und Grünspargelhof Ehrenfeld in Kochersteinsfeld in Baden-Württemberg gehört. Auf dem Hof vor der Brennerei stand einst das Jagdschloss von Johannes von Müller. Sein Enkel, der Ornithologe und Forschungsreisende John Wilhelm von Müller alias „Baron Müller“, bereiste Mitte des 19. Jahrhunderts gemeinsam mit dem Naturkundler Alfred Brehm Nordafrika. Abends sollen sie in geselliger Runde gerne ein paar Gläschen Zuckerrohrdestillat genossen haben. Als Hommage ist der RumerIE BaRON entstanden, ein Bio-zertifizierter Rum, den die RumerIE – Destille am Schlossplatz auf einer Kupferbrennblase mit Verstärkerkolonne aus der Bio-Zuckerrohrmelasse eines Kleinbauerns in Paraguay gewinnt. In einem Kalksteingewölbekeller darf das Destillat mindestens eintausend Tage in New-American-White-Oak-Barrels reifen – im Fall des Samples sind es 1339 Tage, umgerechnet über dreieinhalb Jahre. Das Abfüllen geschieht mit einem Alkoholvolumen von 40 Prozent und frei von Zusätzen. Mehr Informationen zur Marke und Destillerie der getesteten Spirituose sind auf der RumerIE-Übersichtsseite zu finden.

eine Flasche RumerIE BaRON nebst Glas

Optik / Flasche

Die Flasche, die den rotgoldfarbenen RumerIE BaRON beherbergt, besteht aus Weißglas und besitzt ein modernes sowie handliches Design. Der zylindrische Korpus steht auf einem massigen, stark abgerundeten Sockel. Am anderen Ende führen ebenso stark abgerundete Schultern zu einem mittellangen Hals, der mit einem hellen Garn umwickelt ist.
Als Verschluss fungiert ein heller Kunstkorken, der an einem hellen Holzgriff befestigt ist. Des Weiteren findet man ein rotes Wachssiegel vor.
Über drei Viertel des Flaschenkörpers umgibt ein Etikett, dessen Highlight ein fantasievolles Porträt des „Baron Müller“ ist. Der Forschungsreisende wird mit einem Glas in der Hand und umgeben von einem Vogel, aber auch von Fabelwesen wie dem Pegasus dargestellt. Eben der Pegasus ziert auch das oberhalb des Porträts angebrachte Logo der RumerIE – Destille am Schlossplatz. Darüber hinaus liefert das Etikett seitlich einige Angaben zum Rum einschließlich der Geschichte des „Baron Müller“.

Geruch / Geschmack

In der Nase lockt der RumerIE BaRON mit einer feinen Süße nach Karamell, Vanille und etwas Honig, umgehend begleitet von einer Fruchtigkeit nach Stachelbeere, Birne und etwas Limette. Weiter entwickeln sich Noten von Bittermandel sowie eine milde Würze nach Nelke und Zimt. Im Hintergrund verweilt eine leichte Eichenpräsenz mit etwas Wärme.
Sehr weich und mittelkräftig entfaltet sich der Rum im Mund. Vorne weg Karamell, Vanille und deutlich Honig, zügig gefolgt von reifer Birne und einer Spur Ananas. Im weiteren Verlauf zeigt sich zudem eine sehr sanfte Würze nach Nelke, Zimt und Bittermandel, umrahmt von angenehmem Eichenholz mit feiner Textur und Wärme. Zunehmend mundfüllend.
Der Abgang ist sehr weich, durchaus lang und noch gut mundfüllend. Erneut Karamell, Vanille, Honig und Birne, ehe deutlich Schokolade hervorsticht. Dann wieder Zimt und sanftes Eichenholz. Zu guter Letzt auch etwas Banane.


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Empfohlene Trinkweise

Aufgrund der gebotenen Aromatik und des gut integrierten Alkohols richtet sich der RumerIE BaRON klar an den Puristen. Um den Rum in seiner Gänze entdecken zu können, sollte der Purgenuss bei Zimmertemperatur erfolgen.
Wenn es ans Mixen geht, kommen einige Drinks in Betracht. Denkbar sind ein „Dark and Stormy“, ein „Old Cuban“, ein „Daiquiri“ oder ein „Old Fashioned“.

Fazit

exzellent

Die RumerIE – Destille am Schlossplatz in Kochersteinsfeld in Baden-Württemberg bietet mit dem RumerIE BaRON einen in Eigenregie hergestellten Rum in Bio-Qualität an. Dieser erweist sich als äußerst authentisch, ansprechend komplex und vor allem sehr rund.
Wer den RumerIE BaRON probiert, wird zweimal auf das Etikett blicken müssen, um sich der Herkunft aus Deutschland klar zu werden. Denn die gebotene Aromatik, die von einer feinen Süße über eine verspielte Fruchtigkeit bis hin zu einer schmackhaften Würze mit leichtem Einschlag Eichenholz, kann einem Original aus den Tropen kaum näher kommen. Das Geschmacksprofil ist auffällig rund und weich, ohne dafür Zusätze wie Zucker zu benötigen. Die Empfehlung gilt klar dem Purgenuss, aber auch als Grundlage von Drinks kann der Rum herhalten. Das Design weiß durch Rum-typische Merkmale mit deutschem Twist aufzufallen. Für die 0,5-l-Flasche werden rund 40 Euro fällig – und der Rum ist jeden Euro wert.

Das Sample wurde uns von RumerIE – Destille am Schlossplatz ohne Vorgaben hinsichtlich einer Berichterstattung zur Verfügung gestellt.